Fermentieren mit Gemüse – Arte Dokumentation

Wenn im Herbst geerntet wird, beginnt für Landwirtin Claudia Dollinger in Mittelfranken die Zeit des Fermentierens. Ob Kohl, Wurzeln, Gemüse oder Obst – viele frische Produkte lassen sich einlegen und haltbar machen. Nach wenigen Tagen bis Wochen dient das Ergebnis als Beilage oder Brotzeit, ja sogar als Zutat beim Kuchenbacken.

Landwirtin Claudia Dollinger arbeitet auf ihrem Hof in der Nähe von Nürnberg nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft. Die Mitglieder teilen sich die Ernte, egal wie sie ausfällt. Weil im Herbst Jahr für Jahr viele Produkte gleichzeitig reif sind, haben sich Claudia und ihre Mitstreiter aufs Fermentieren spezialisiert: Diese alte Methode des Konservierens macht frische Produkte mit Hilfe von Bakterien über lange Zeiträume haltbar, ohne dass wertvolle Nährstoffe verloren gehen. Dazu braucht es nur Salz, Flüssigkeit und Zeit. Fermentiertes schmeckt leicht sauer und ist sehr gesund. Bei Claudia gibt es den Klassiker Sauerkraut, aus Weiß- und aus Rotkraut. Dazu schmeckt eine regionale Spezialität: fränkische Bratwürste. Die koreanische Variante, Kimchi, lässt sich auch mit heimischem Kraut herstellen, wird aber anders gewürzt. Und als Experiment backt Claudias Tochter Marlene Brownies mit fermentierter Roter Bete.

Der Einfluss des inneren und äußeren Mikrobioms in den ersten 1000 Lebenstagen auf die Entwicklung der menschlichen Gesundheit

Neueste molekularbiologische Verfahren machen für uns eine bisher unbekannte Welt der Mikroorganismen sichtbar, die uns staunen lässt: Wir Menschen bestehen aus mehr Bakterien- als eigenen Körperzellen; in einem Teelöffel fruchtbarer Erde befinden sich mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde. Bei genauerem Hinschauen wird das Individuum zum vernetzten „Holobionten“ – einem Viellebewesen. Pflanzen, Tiere und Menschen haben sich von Beginn an in Ko-Evolution mit der mikrobiellen Gemeinschaft entwickelt und speziell angepasste Mikrobiome entwickelt. Mit dieser Tagung bringen wir WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen aus der Landwirtschaft, der Medizin und dem Ernährungsbereich zusammen und gehen der Frage nach: Wie hängen Mikrobiom des Bodens und Mikrobiom des Menschen zusammen und was bedeuten die neuesten Erkenntnisse für die landwirtschaftliche Praxis und unsere menschliche Ernährung?

Dr. med. Miriam Bräuer (* 1984), ist klinisch tätige Frauenärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Witten/Herdecke . Seit 2011 ist sie klinisch tätig, derzeit insbesondere im Bereich der Geburtshilfe in Schwäbisch Hall. Sie lebt mit ihrer Familie auf einem Bioland- Milchviehbetrieb in Süddeutschland. Ihr Interesse gilt der Verbindung von Landwirtschaft, Ernährung und Medizin mit Blick auf die menschliche Gesundheit und ein gesundes Zusammenleben mit der Erde. Diesbezüglich wirkt sie an der Entwicklung eines Masterstudiengangs an der Uni Witten/Herdecke mit.

 

Helloween-Kürbis schnitzen

Wunderbare liebevoll gruselige Kürbisse sind entstanden an unserem Kürbis schnitzen Workshop.

Wer inspiriert ist und selbst noch einen Helloween Kürbis schnitzen möchte kann sich noch einen Kürbis im plattsalat West holen.
Die schönen Kürbisse sind auf dem Feld von Simon Sperling in Stuttgart-Mühlhausen gewachsen. Vom Hof beziehen wir rund ums Jahr vor allem Karotten, Kartoffeln, Äpfel, Salate und Artischocken.

 

 

Doku – Die Macht der Mikroben

Biodiversität ist eine lebenswichtige Ressource, deren Erhalt weitreichende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben kann. Die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Asthma, entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit, psychische Störungen, Depressionen, sogar Krebs und Alzheimer scheint es in einer Umgebung mit hoher Biodiversität viel seltener zu geben.

Eine spannende Doku die zeigt, welchen positiven Einfluss ein mehr an Kontakt zu Natur und den Tieren bewirken kann.

Denn der größte Lebensraum für verschiedenste Organismen aus dem gesamten Baum des Lebens ist der Boden. Eine neue Untersuchung zeit auf, dass ~60% der aller Arten auf dem Planeten im Boden beheimatet sind. Es lohnt also besser verstehen zu lernen wie die Gesundheit des Menschen mit dem Boden zusammenhängt.

Ein Dokumentarfilm von Marie Monique Robin (A/F 2024, 95 Min)

 

 

Podcast – Holy Shit! Sanitär-Revolution jetzt.

Die Wissenschaft spricht von 9 planetaren Grenzen die eingehalten werden müssen, damit die Lebensgrundlagen für den Menschen gewahrt bleiben. Eine der Grenzen die bisher wenig thematisiert wurde ist die der Stoffkreisläufe. Mittlerweile haben wir Menschen die Kreisläufe stark aus der Balance gebracht. Dadurch sind zu viel Stickstoff und Phosphor im Umlauf, gleichzeitig wird der Phosphor knapp. Gleichzeitig spülen wir auf dem Wasserklosett mit wertvollem Trinkwasser ausgerechnet die Stoffe weg, welche die Landwirtschaft dringend bräuchte.

In der zu empfehlenden Podcastreihe vom Ökodorf Sieben Linden wurde kürzlich die Autorin Annette Jensen zu ihrem Buch zum gleichnamigen Film „Holy Shit“ interviewt. In ihrem Buch und im Interview macht sie nachvollziehbar, wie der Wert unserer Hinterlassenschaften in Vergessenheit geriet und zu welchen ökologischen Problemen das führt.

Hier geht es zum Podcast von Sieben Linden : Holy Shit! Sanitär-Revolution jetzt.

 

 

Podcast – Woher stammt das Glyphosat in den Flüssen?

Ein Teil des Glyphosats in der Umwelt könnte aus einer ganz anderen Quelle stammen als bisher vermutet. Ackergifte wie Glyphosat werden bei Regen von den Feldern in Bäche und Flüsse gespült. Doch Forschende fanden auch hohe Werte, wenn es lange nicht geregnet hatte. Das alles deutet darauf hin: Es muss noch eine andere, übersehene Quelle existieren. Nicht die Landwirtschaft, sondern Abbauprodukte von Wasserenthärtern wie in Waschmitteln enthalten könnten in Europa für einen Großteil des Glyphosat-Eintrages in Gewässer verantwortlich sein. Das legt eine neue Studie aus Tübingen nahe.

Einige Wissenschaftsmagazine haben über die Tübinger Studie berichtet:

Podcast von Forschung aktuell – Wissenschaft im Brennpunkt vom Deutschlandfunk: Woher das Glyphosat in den Flüssen stammt

Spektrum.de: Glyphosat entsteht womöglich aus Waschmittel

Die Studie der Tübinger Wissenschaftler wurde auf Research Square veröffentlicht

Blauer Schwede – die besondere Kartoffel

KARTOFFEL DES JAHRES 2006

Über Alter und Herkunft der Sorte lassen sich keine gesicherten Angaben finden. Während einige Quellen den Ursprung in Südamerika vermuten, wird in anderen Quellen davon gesprochen, dass schwedische Einwanderer die Sorte nach Amerika (Idaho) mitgebracht hätten.

Blaufleischige Kartoffelsorten haben wir in den deutschen Sortenlisten letztmalig in den 30er Jahren des 20. Jhd. gefunden. Seit dem sind sie in unseren Breiten leider in Vergessenheit geraten und aus der Mode gekommen. Die Blaufärbung des Fruchtfleisches wird durch die sogenannten natürlichen Anthocyane hervorgerufen, die wir in wesentlich höheren Konzentrationen auch von Rotwein, Roter Beete oder anderen roten Früchten her kennen und die im Übrigen völlig geschmacksneutral sind. In der Fachpresse werden diesen natürlichen Pflanzenstoffen krebs- und entzündungshemmende Wirkungen nachgesagt. Sogar den Alterungsprozess sollen sie verlangsamen, da sie als sogenannte Radikalenfänger die natürlichen Abbauprodukte der menschlichen Körperzellen neutralisieren. Vielleicht haben wir mit Rotwein und blauen Kartoffeln einen neuen Jungbrunnen gefunden…

Rezept – Blaues Kartoffelpüree

Zutaten für 4 Personen

  • 1 kg blaue Kartoffeln
  • 3 EL Olivenöl, fruchtig
  • 75 g Butter
  • Muskat, frisch gerieben
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Die geschälten Kartoffeln in Wasser weich aber nicht matschig kochen, gut abtropfen.Die Kartoffeln zerstampfen. Olivenöl, Butter und Gewürze untermischen und gut durchrühren, sofort servieren.

Tipp

Pürees immer mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken oder durch eine Kartoffelpresse drücken. Keine Küchenmaschine oder Mixer verwenden, da sonst das Püree klebrig wird.Besonders fein schmeckt ein Püree aus Kartoffeln, Möhren und Sellerie. Einfach zusammen in gleich große Stücke geschnitten kochen und wie oben beschrieben weiter zubereiten.

Deftiger Sauerkrautkuchen

Die Sauerkraut-Saison ist eröffnet! Das Kraut gibt’s wieder vom Michaelshof in Leinfelden-Echterdingen.
Einfach an der Käsetheke nachfragen!

Wer diesen deftigen Sauerkrautkuchen einmal ausprobieren möchte…

So geht’s

Für den Teig:
250 g Magerquark
250 g Haferkleie
3 Eier
1/2 Päckchen Weinsteinbackpulver mit dem Rührgerät zu einem Teig verarbeiten und in einer mit Backpapier ausgelegten Form den Boden mit dem Teig glatt streichen.

Belag:
500 g Biosauerkraut (Saft vorher gut absieben) mit etwas mageren Speckwürfel vermischen und auf dem Teigboden verteilen.

2-3 El. Skyr
3 Eier
2 El Exquisa 0,2% Kräuter
2 El geriebener Eatlean Käse
etwas Muskatnuss, Pfeffer und Salz mit dem Rührgerät verquirlen und über den gesamten Kuchen gleichmäßig verteilen.

Im vorgeheizten Backofen 200 Grad Umluft ca. 20-25 Min backen.

Dieser Rezepttip kam von Herbert. Wer auch ein leckeres Rezept hat, kann dieses gerne im Kommentar veröffentlichen!

 

 

Vortrag – Solidarische Landwirtschaft – was ist das überhaupt?

Seit einigen Jahren gibt es am plattsalat zwei Abholstellen für SoLawi’s. Einmal für die SoLawi vom Reyerhof, die ihre Mitglieder Mittwochs und Donnerstags mit frischem Gemüse, Eiern und Fleischprodukten im Glashaus versorgt und die Weinfrequenz die ihre Weinberge nach Permakultur Prinzipien gestalten.

Was eine SoLawi ausmacht zeigt das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft im folgenden Kurzfilm.

Wer in die Tiefe gehen möchte und mehr wissen will zu den Grundprinzipien und Gründen einer SoLawi, schaut sich den nachfolgenden Vortrag von Klaus Strüber an.

Klaus Strüber ist Demeter-Landwirt und hat im Jahr 2007 eine der ersten SoLawi gegründet. Seit 2014 ist er hauptberuflich europaweit als Berater in diesem Bereich tätig.

Wir finden das Konzept der SoLawi richtig gut und freuen uns über die Zusammenarbeit mit der Weinfrequenz und dem Reyerhof!

Wintergemüse – was ist das eigentlich?

Als Wintergemüse werden die Sorten bezeichnet, die man bis in den ersten Frost hinein ernten kann und sich vor allem über den Winter hinweg lagern lassen. Seine Saison hat das Wintergemüse regelmäßig von Oktober bis März. 

Einige Gemüsesorten wie zum Beispiel der Grünkohl profitieren sogar von dem im Winter einsetzenden Frost. Durch sehr niedrige Temperaturen werden die Stoffwechselvorgänge in der Pflanze verlangsamt. Es wird weniger Energie in Form von Zucker verbraucht und gleichzeitig Zucker in der Pflanze durch die Photosynthese gebildet. Dies macht Grünkohl schmackhafter. Vor allem für Menschen, die Wert auf eine regionale Ernährung legen, ist es wichtig, die typischen Wintergemüsesorten zu kennen. Daraus lassen sich dann leckere Eintöpfe, Schmorgerichte aber auch Sauerkraut aus Weißkohl zubereiten.

Was zählt alles zum Wintergemüse?

Darunter fallen die meisten Kohlsorten (Grünkohl, Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl und Kohlrabi) und Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken und Petersilienwurzeln, Sellerieknollen, Steckrüben und Rote Bete. Nicht zu vergessen Lauch und Topinambur. Bei den Salaten greifen wir im Winter am besten zu Chicorée, Feldsalat und Radicchio und Postelein (Gewöhnliches Tellerkraut).

Was sind die Vorteile von heimischem Wintergemüse?

  • Wintergemüse sind saisonal und regional
  • Wintergemüse sind gut für die Umwelt: Denn es braucht keine Anzucht unter Glas in beheizten Treibhäusern, keine Folientunnel und keine langen Transporte, die viel Energie in Form von CO2 benötigen.
  • Wintergemüse schmecken gut: Dürfen Pastinake, Grünkohl und Co. unter freiem Himmel voll ausreifen, sind sie intensiv im Geschmack und können mehr Nährstoffe anreichern. Direkt nach der Ernte landen sie frisch und knackig auf dem Markt. Ganz anders verhält es sich bei importierter Ware: Die Früchte sind noch unreif bei der Ernte, damit sie den langen Weg zu uns überstehen. Geschmack entsteht gar nicht erst. Und leider gehen auch viele Vitamine und Vitalstoffe beim Transport verloren.
  • Wintergemüse stecken voller Vitalstoffe, Vitamine, sekundären Pflanzenstoffe und Mineralstoffe: Diese unterstützen das Immunsystem im Winter. Denn saisonale und heimische Gemüse haben einen besonders hohen Nährstoffgehalt – da sie ganz ausreifen dürfen. Beispielsweise stecken in Kohlsorten Vitamin A, B und C, Kalzium, Eisen, Magnesium und sogar Folsäure. Letztere ist wichtig für den Aufbau von roten Blutkörperchen und somit für die Neubildung von Zellen. Außerdem ist Kohlgemüse ballaststoffreich, dabei aber kalorienarm.